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Gemeinsame Erklärung der Partner im früheren afgis-Kooperationsverbund

afgis wird seit Beginn der Aktivitäten von seinen Mitgliedern aktiv und in eigenen Strukturen gestaltet. Im afgis-Kooperationsverbund wurden sechs Themen- und Problemfelder identifiziert und für diese je eine Arbeitsgruppe gebildet. In einigen Fällen initiierten die Arbeitsgruppen Workshops oder gaben fachliche Expertisen in Auftrag. Die Arbeitsgruppensprecher bildeten gemeinsam mit dem Projektleiter Dr. Prümel-Philippsen (Bundesvereinigung für Gesundheit e. V.) und einem Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie einem Mitarbeiter der früheren Koordinierungsstelle den afgis-Planungsrat. Dieses Steuerungsgremium des Kooperationsverbunds hat sich durchschnittlich alle drei Monate getroffen. Die Grundsätze des Kooperationsverbunds wurden in dem Dokument "Gemeinsame Erklärung des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem afgis" gefasst:

  1. Ein umfassendes, qualitativ hochwertiges und nutzerorientiertes Angebot an Gesundheitsinformationen ist eine wichtige Basis für ein selbstbestimmtes und verantwortliches Handeln der Einzelnen im Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Es ist gleichermaßen die Voraussetzung für die Ausübung ihrer Rechte als Patienten, Versicherte und Verbraucher sowie für echte Bürgerbeteiligung im Gesundheitswesen.
  2. Moderne Kommunikations- und Informationstechniken gewinnen auf dem Gebiet der Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Insbesondere für die gesundheitliche Aufklärung und die Patienteninformation werden sie eine wichtige Rolle spielen. Die neuen multimedialen Techniken bieten die Chance, sich konkreter, anschaulicher und aktueller, als dies mit den klassischen Medien möglich wäre, über Fragen zur Gesundheit und zu unserem Gesundheitssystem zu informieren.
  3. Die wachsende Bedeutung dieser neuen Technologien rückt den Aspekt der Qualitätssicherung weiter in den Vordergrund. Die bisher bewährten Instrumente zur Sicherung der Qualität von Gesundheitsinformationen und ihrer Vermittlung sind bei den modernen Kommunikations- und Informationstechniken nur sehr eingeschränkt wirksam.
  4. Die nachfolgend aufgeführten Personen und Organisationen unterstützen daher die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit und bilden ein Aktionsforum, das die Grundlagen und Strukturen für ein umfassendes, bedarfsorientiertes und qualitätsgesichertes Gesundheitsinformationssystem auf der Basis selbstorganisierter, dezentraler und nicht-hierarchischer Kooperationsbeziehungen schafft.
  5. Eine auf dieses Ziel bezogene Zusammenarbeit aller entsprechenden Akteure im Gesundheitswesen in Form einer Bündelung und Vernetzung ihrer je spezifischen fachlichen und methodischen Kompetenzen, ihres technischen Know-Hows und ihrer personellen, sächlichen und finanziellen Ressourcen ist geeignet, ein effektives und seriöses Informationsangebot für Fachleute, Bürger und Patienten zu schaffen und auf Dauer sicherzustellen.
  6. Voraussetzung für die Bildung eines solchen Gesundheitsinformationssystems ist die Einrichtung und inhaltliche Ausgestaltung eines kontinuierlichen und strukturell verankerten Qualitätssicherungsprozesses für Gesundheitsinformationen insbesondere in den "Neuen Medien". Dazu bedarf es der Umsetzung von drei zentralen Aufgaben:
    • Ausbau und Verfestigung des Kooperationsverbunds afgis in rechtlicher, organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht als gemeinsame Kommunikations- und Kooperationsplattform.
    • Entwicklung, Erprobung und Umsetzung von Strategien, Maßnahmen, Kriterien, Verfahren, Methoden und Instrumenten der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements bzgl. der gesundheitsbezogenen Informationen in den Neuen Medien.
    • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zur Vermittlung und Präsentation der Ergebnisse; Entwicklung und Durchführung von Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen.
  7. afgis versteht sich gleichermaßen als Qualitäts- wie als Qualifizierungsnetzwerk. Dies verpflichtet alle Partner dazu, gemeinsam Kriterien der Qualität von Gesundheitsinformationen zu erarbeiten und zu beschließen, einzuhalten, weiterzuentwickeln und nach außen zu vertreten. Vor diesem Hintergrund herrscht Einvernehmen zwischen allen Partnern darüber, dass
    • die Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen prozessorientiert erfolgen muss, da sich Gesundheitsinformationen in einem fortlaufenden Aktualisierungsprozess befinden. Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen ist somit eine Daueraufgabe;
    • die Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen nicht nur die Aufgabe der Anbieter dieser Informationen ist, sondern auch in systematischer Interaktion und durch fortdauernde Feedback-Prozesse mit den Nutzern dieser Informationen organisiert werden muss.
  8. Die Partner stimmen ferner darin überein, im Rahmen ihrer gemeinsamen Arbeit u.a. Fragen der internen wie der externen Qualitätssicherung in Form von Selbstverpflichtung, Qualitätsberatung, Qualitätsprüfungen und Zertifizierungen und die Vergabe eines eigenen Qualitäts-Siegels zu prüfen. afgis wird hierbei sowohl nationale wie internationale Arbeitsergebnisse und Standards zugrundelegen und weiterentwickeln.
  9. Mit der Verabschiedung dieser gemeinsamen Erklärung dokumentieren die beteiligten Kooperationspartner, sich durch aktive Mitwirkung für die Erreichung der skizzierten Ziele und die Umsetzung der angeführten Arbeitsaufgaben einzusetzen.

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